Wann Reisewarnungen ausgesprochen werden und was sie bedeuten

Leider kommt es heutzutage immer wieder vor, dass aufgrund politischer, wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Debatten in einem Land Kriege ausbrechen oder von Terroristen Anschläge verübt werden. Aber auch unvorhersehbare Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Wirbelstürme oder Erdbeben sind keine Seltenheit und können unmittelbar vor oder während des Urlaubs ausgelöst werden.

Für diese Fälle gibt es Reisewarnungen oder auch Sicherheitshinweise. In Deutschland werden diese vom Auswärtigen Amt ausgesprochen und helfen dabei, eine Reise rechtzeitig abzubrechen beziehungsweise kostenfrei zu stornieren (Hinweis: der Reiseveranstalter kann eine pauschale Stornogebühr verlangen!). In Österreich ist das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten dafür zuständig, in der Schweiz wiederum das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten.

Lässt sich eine Reise trotz fehlender Reisewarnung stornieren?

Reisewarnungen

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Viele Veranstalter behaupten immer wieder gerne, dass Reisende nicht dazu berechtigt wären, den Vertrag zu kündigen, weil noch keine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt ausgesprochen wurde. Fakt ist jedoch, dass wenn der Urlaub aufgrund höherer Gewalt erheblich gefährdet oder beeinträchtigt wird, sofort storniert werden kann – und nicht erst dann, wenn eine Reisewarnung ausgesprochen wurde. Hierbei handelt es sich um ein vorherrschendes Rechtsmärchen.

Trotzdem sollte man eine Stornierung oder eine Kündigung nicht mit der Umbuchung einer Reise verwechseln – in diesem Falle gelten andere Regeln: anstelle der gefährdeten Tour wird der Urlaub einfach zu einem anderen Ziel, aber beim selben Veranstalter, gebucht – was dem Unternehmen natürlich viel lieber ist als der Verfall des eigentlichen Vertrages.

 

Weitere Sicherheitshinweise vom Auswärtigen Amt

Das Auswärtige Amt empfiehlt darüber hinaus allen Urlaubern, immer auf die eigene Sicherheit zu achten und sich situationsgerecht zu verhalten. Vor und auch während einer Reise ist es zudem hilfreich, sich sorgfältig über die gegenwärtigen Verhältnisse im Urlaubsort zu informieren, die aktuellen Medien zu verfolgen und vergessene verdächtige Gepäckstücke am Flughafen oder auf dem Bahnhof der örtlichen Polizei oder dem Sicherheitsdienst zu melden.