Wassersport im Binnenland: Yachthäfen in Berlin und Brandenburg

Ist von Yachthäfen die Rede, so kommt vielen Deutschen vermutlich erst einmal die Nord- und Ostseeküste in den Sinn. Gäste von Ostseebädern wie Kühlungsborn oder auch Hansestädten wie Stralsund und Greifswald wissen aus ihren Urlaubstagen um die schönen Marinas dort. Leider nicht allzu bekannt ist, dass auch das Binnenland in Deutschland viele schöne Wassersportreviere zu bieten hat. Jedoch wird dann hier in der Regel nicht auf einer Segelyacht gesegelt, sondern auf einer Motoryacht auf dem Wasser die Gegend erkundet. Motoryachten eignen sich dort aufgrund der schlechten Windverhältnisse und schlichtweg auch der besseren Navigierbarkeit der Boote besser.

Das bedeutenste Revier im Binnenland Deutschlands ist das, welches in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu finden ist. Der verbindende Faktor ist die Havel, welche von der Mecklenburger Seenplatte über Brandenburg und Berlin in Richtung Sachsen-Anhalt fließt. Aufgrund der Bedeutung des Revieres gibt es dementsprechend viele Yachthäfen an der Havel und ihren Nebengewässern.

Marinas an der Havel

Die meisten Marinas sind eher kleiner als ihre Pendants an der Ostsee, bieten aber trotz dessen wichtige infrastrukturelle Angebote. Recht häufig anzufinden sind beispielsweise Stromversorgung, Wasserversorgung, WCs, Duschen, Hebemöglichkeiten und Reparaturangebote. Insgesamt sind es über 50 Häfen mit unterschiedlichem Leistungsumfang, siehe auf Faszination-havel.de/. Orte mit mehreren Häfen sind beispielsweise die Stadt Brandenburg, Beetzsee, Werder, Rathenow, Potsdam und Havelsee.

Werder an der Havel

Ein absoluter Tipp für die Wahl als Yachthafen ist der Ort Werder. Die „Blütenstadt“, wie der Beiname des Ortes lautet, ist nahezu von Wasser umschlossen. Von Nordwesten nach Südosten fließt die Havel oberhalb der Stadt vorbei. Westlich liegt der Große Plessower See, südlich der Glindower See. Werder ist aufgrund der Lage ein sehr guter Ausgangshafen für Fahrten flussaufwärts auf der Havel bis nach Berlin.

Vom Yachthafen in Werder bestehen für Törns flussaufwärts 2 Möglichkeiten. Die eine Variante ist die Fahrt an der deutschen Hauptstadt vorbei in Richtung Mecklenburger Seenplatte und Müritz. Diese Route ist für Naturliebhaber ideal, da der Fluss sich durch Wiesen und Wälder schlängelt. In Seitenarmen und Ausbuchungen kann haltgemacht werden, um die Natur zu genießen. Auf der Strecke befinden sich zudem auch Marinas mit diversem Leistungsspektrum, wie beispielsweise in Zehdenick. Benötigte Dienstleistungen können hier in Anspruch genommen werden. Wer nicht zurückreisen möchte, sollte sich über die Möglichkeit eines sogenannten One-Way-Törns auf dieser Route informieren.

Die zweite Variante führt über die Spree in die Berliner Innenstadt. Da Berlin in Ost-West-Richtung von der Spree durchflossen wird, ist Sightseeing auch vom Boot aus möglich. Die Seite Yachtcharter-berlin.de/ gibt weiterführende Hinweise zu dieser Reiseroute.

Für welche man sich auch entscheidet, die Havel ist ein schönes Revier für den Wassersport. Sportlich nicht so anspruchsvoll wie die manchmal raue Ostsee, dafür aber sehr abwechslungsreich.

Christopher Deutschland

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