Maya-Ruine Tikal: Historische Reise nach Guatemala

Steinerne Pyramiden im dichten Buschwerk, ein umher schleichender Jaguar zwischen kunstvoll behauenen Säulen – mitten im tropischen Regenwald des guatemaltekischen Hochlands befinden sich die Überreste der untergegangenen Hochkultur der Mayas.

Maya-Ruine Tikal in Guatemala

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Mayas – antike Hochkultur im Regenwald

Die Ruinen von Tempeln, Palästen, Stelen und Häusern zeugen von der Pracht der antiken Stadt Tikal im Norden Guatemalas, die ihre Blütezeit während der klassischen Maya-Periode vom 3. bis 9. Jahrhundert erlebte. Doch bereits tausend Jahre vor Christus siedelten hier in Zentralamerika die ersten Mayas, im Laufe der Zeit entwickelten sie sich dann zu einer Hochkultur mit erstaunlichen Entdeckungen und Leistungen in den Bereichen Mathematik und Astronomie, aber auch in der Architektur. Die Stadt wuchs, zum Ende hin lebten wahrscheinlich über 100.000 Menschen in Tikal, das Zentrum bildete dabei der Große Platz mit mehreren terrassenförmigen Tempelanlagen und der Zentralakropolis. Die starke Stadt unterwarf die umliegenden Kleinstaaten und wurde immer mächtiger, das Ende kam dann jedoch plötzlich: Im 10. Jahrhundert wurde die Maya-Stadt verlassen und erst mehrere Hundert Jahre später von der Kolonialmacht Spaniern wiederentdeckt. War es eine Hungerperiode, eine Seuche oder kriegerische Auseinandersetzungen die den Untergang besiegelten? Zwar gehört Tikal heute zu den am besten erforschten Stätten der Mayas, trotzdem konnten noch nicht alle Geheimnisse zum Untergang, aber auch zu Schrift, Religion oder den Bräuchen entschlüsselt werden.

Maya Kalender: Weltuntergang am 21.12.2012?

Eine besondere Leistung der Mayas war ihr Kalendersystem, das sich aus mehreren Zeitrechnungen zusammensetzte, wobei einer davon das Jahr in 365 Tage teilt. Das Ende des Kalenders ist angeblich auf den 21. Dezember 2012 datiert, dank einer außergewöhnlichen Sternkonstellation vermuteten esoterische Kreise daher an diesem Tag den Weltuntergang – ein Szenario was im Blockbuster „2012“ aufgenommen und populär gemacht wurde. Mittlerweile wurden aber auch gegenteilige Beweise gefunden, die eine längere Laufzeit des Kalenders beweisen wollen. Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte kann Tikal einfach einen Besuch abstatten! Die Anreise zu dem Weltkulturerbe erfolgt von der Stadt Flores aus, die einen internationalen Flughafen besitzt und auch über gute Verbindungen zur Hauptstadt Guatemala City verfügt. Die Region ist touristisch sehr gut erschlossen, den Nationalpark Tikal erreicht man mit dem Shuttlebus, der mehrmals täglich verkehrt.

Höhepunkte Guatemalas

Neben der Maya-Ruine Tikal gibt es aber noch einige andere sehenswerte Orte in Guatemala. Der Lago de Atitlán ist ein von drei Vulkanen umgebener See und zeichnet sich durch seine schöne Flora und interessante Fauna aus, hier findet man zum Beispiel Pumas, die um den Gewässer herum heimisch sind. Die Kleinstadt Antigua im Hochland Guatemalas ist ebenfalls bei Reisenden beliebt, denn die Stadt mit der barocken Kolonialarchitektur besitzt nicht umsonst den Status Weltkulturerbe der UNESCO. Für Urlaub am Strand ist auch bestens gesorgt: Die pazifischen Sandstrände werden durch das Vulkangestein Guatemalas in ein charakteristisches Schwarz gefärbt und sind Schauplatz der alljährlichen Schildkrötenwanderung, zu den beliebtesten Badeorten gehört dabei Monterrico, das durch seine entspannte Atmosphäre und den guten Möglichkeiten für Surfer überzeugt. Guatemala verfügt aber auch über einen kleinen Zugang zur Karibik und den Atlantischen Ozean. Im Departemento Izabal findet man die bei Touristen beliebte Kleinstadt Livingston, die nur mit dem Schiff erreicht werden kann. Hier mündet auch der Lago de Izibal, der größte See Guatemalas, der von mehreren Naturschutzgebieten umgeben ist. Dank der Mischung aus antiker Maya Hochkultur und den wunderschönen tropischen Landschaften ist Guatemala definitiv eine Reise wert. Am besten noch vor dem Untergang der Welt.

Johanna Südamerika

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