Familienurlaub mit Hund

Herr und Frau Schneider stehen am Check-in Schalter Flughafen Frankfurt. Neben ihnen sitzt ihr Mischlingsrüde Bonzo ganz brav an der Leine. Thomas und Andrea, die Kinder der beiden, toben fröhlich herum. Alles läuft gut, bis zu dem Zeitpunkt, als die nette Dame gegenüber fragt „Jetzt bitte noch den Reisepass für den Hund! Haben Sie die Transportbox auch gleich zur Hand?“ Völlig verdutzt schaut sich das Ehepaar an. Damit Ihnen das erspart bleibt und der Urlaub für Sie und Ihren Hund stressfrei verläuft, haben wir einige sinnvolle Tipps für Ihren Familienurlaub mit Hund zusammengestellt.

Reisepass? Auch für den Hund

Wollen Sie in der EU reisen benötigt Ihr Hund den europäischen Reisepass. Diesen bekommen Sie bei jedem Tierarzt und sollte immer mitgeführt werden. Darin enthalten sind Grundimpfungen und die gesondert ausgezeichnete Tollwutimpfung. Manche Länder schreiben außerdem eine Tollwutmarke vor. Erhältlich ist diese zum Zeitpunkt der Tollwutimpfung beim Tierarzt. Die Impfung zum Reisebeginn darf nicht weniger als 4 Wochen alt sein. Nach neuestem Stand müssen Sie Ihren Hund noch einmal 48 Stunden vor Ihrer Abreise beim Tierarzt vorstellen, der per Stempel eine Unbedenklichkeit bescheinigt. Außerhalb der EU und England gelten gesonderte Einreisebestimmungen.

Familienurlaub mit Hund

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Herzlich willkommen, haben Sie auch Ihren Hund dabei!?

Nicht überall sind unsere lieben Vierbeiner willkommene Gäste. Suchen sie deshalb nach hundefreundlichen Hotels, Campingplätzen, Ferienwohnungen oder Häusern. Nutzen Sie Fluggesellschaften wie z.B. Lufthansa oder Air Berlin, da die meisten Billiganbieter keine Tiere transportieren. Bei Eigenanreise mit dem Auto auf z.B. eine Insel vermeiden Sie längere Fähr-Fahrten, da Ihr Vierbeiner meistens im Auto verweilen muss.

Der Hund – ein Gegenstand?

Laut Gesetzgeber zählt der Hund tatsächlich als Sache, die gesichert werden muss. Im Auto oder im Flugzeug kann Ihnen eine Transportbox in ausreichender Größe Abhilfe schaffen (erhältlich im Tierfachhandel). Gewöhnen Sie Ihren Hund langsam an diese Box damit er und somit auch Sie stressfrei in den Familienurlaub starten können.

Endlich Urlaub!

Bedenken Sie bei der Anreise mit dem Auto für genug Pausen zu sorgen. Gegebenenfalls Übernachtungsmöglichkeiten abklären. Lassen Sie bei warmen Wetter niemals Ihren Hund alleine im Auto zurück, es drohen Erstickungsgefahr und Hitzschlag. Auch im Schatten schon ab geringen Temperaturen. Vermeiden Sie bei großer Hitze ausgiebige Spaziergänge, verlagern Sie diese lieber auf die Abendstunden. Sorgen Sie für reichlich Schatten und genügend frisches Trinkwasser. Ihr Hund kann auch Sonnenbrand bekommen, verwenden Sie milde Babysonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor.

Denken Sie daran das auch für medizinische Versorgung im Notfall gesorgt sein muss. Ihr Tierarzt gibt Ihnen hierfür gerne Adressen von Tierärzten oder Kliniken an Ihrem Urlaubsort.

Heimatgefühl auch auf Reisen

Jede längere Abwesenheit von der gewohnten Umgebung bedeutet Stress für Ihren Hund, deshalb machen Sie ihm den Aufenthalt so „heimisch“ wie möglich. Vergessen Sie nicht seinen Korb oder Decke. Wasser und Fressnapf sollten ebenfalls nicht fehlen. Denken Sie daran, dass gerade in den südlichen Ländern Leitungswasser nicht trinkbar ist, auch nicht für Ihren Hund. Bitte vergewissern Sie sich, dass Sie genug Hundefutter dabei haben. Nicht in jedem Land bekommen Sie genau das Hundefutter was Ihr Hund gewohnt ist. Vergessen Sie auf keinen Fall sein Lieblingsspielzeug.

Dahin reist die Mehrheit der Hundehalter

Der Familienurlaub mit Hund wird immer beliebter. Laut „Forsa Umfrage“ nehmen 42% aller Hundehalter Ihren Hund mit in den Urlaub. 69% davon wählen Ihr Reiseziel nach den Einreisebestimmungen und Hundefreundlichkeit des Landes aus. Zu den beliebtesten Zielen für den Familienurlaub mit Hund zählen die französische Atlantikküste, Süditalien und Österreich.

Johanna Allgemein

Kommentare

  1. Mia (08/07/2012)

    Hallo Johanna,

    ich bin vor kurzem mit meinem Hund nach Lateinamerika gereist, nicht weil ich dort Urlaub gemacht habe, sondern weil ich dort einen Job angenommen habe. Auf der Hinreise ist mein Hund im Rumpf des Flugzeuges mit geflogen, ohne Betäubung oder irgendeine Pille, weil ich Angst hatte, dass sich während des Fluges Nebenwirkungen einstellen könnten. Da es sich um einen jungen, gesunden Hund handelt, dachte ich würde er es schon durchstehen. Hat er auch, aber ich habe feststellen müssen, dass mein Hund seitdem sehr schreckhaft ist. Mit dem Job hat es leider nicht wie erhofft funktioniert, sodass ich jetzt wieder in Deutschland arbeite. Für die Rückreise habe ich mir dann ein etwas teureres Ticket für die Comfort Class gekauft und habe den Hund oben mitgenommen. Die Box war etwas größer als erlaubt, wenige Zentimeter. Mein Hund ist zwar nicht größer als 30cm, überschreitet allerdings das zulässige Gewicht von 6kg etwas. Es war ein Hoffen und Bangen, ob sie meinen Hund auch gemeinsam mit mir fliegen lassen, aber ich hatte Glück und man hat ein Auge zugedrückt. Ich persönlich würde nicht wieder mit Hund in einem Flieger reisen, da es einfach zu viel Stress für den Hund bedeutet. Dann mache ich lieber eine Autoreise innerhalb Europas, da kann man dann auch genügend Pausen einplane, um Spaziergänge zu machen. Auch eine gute Möglichkeit, um die Gegend entlang der Reiseroute kennenzulernen! Mich würde interessieren, ob du auch schon Erfahrungen mit „Hund auf Reisen“ gemacht hast, vorausgesetzt du hast einen Hund, oder vielleicht einer eurer Leser?

    Liebe Grüße,
    Mia

  2. Johanna (08/07/2012)

    Ich selbst habe leider keinen Hund, dass lässt mein Studium und meine kleine Wohnung einfach nicht zu. Aber ich kann mir vorstellen, wie belastend eine Flugzeugreise mit Hund sein muss. Nicht nur für das Tier, sondern auch für den Besitzer. Bestimmt macht man sich die ganze Zeit Sorgen, ob es dem Hund auch gut geht. Gleiches gilt für jedes andere Tier. Vielleicht hat ja jemand unserer Leser bereits ähnliche Erfahrungen gemacht und ist bereit diese an dieser Stelle zu teilen!? Wir würden und freuen! 😀